Weltwärts in Südafrika

Mein Freiwilligendienst

30Juni
2018

"They are just black, you know?"

"They are just black, you know?" sagte unsere ehmalige Lehrerin zu mir, um zu erklären, warum die Kinder in der Klasse so unkonzentriert und laut seien. 

Liebe Blogleser,

Rassismus. Ein großes Thema in Südafrika. Somit möchte ich hier etwas meine Erlebnisse und Erfahrungen dazu teilen. Ganz wichtig ist allerdings, dass das hier NUR meine Gedanken sind und das man meinen Eindruck nicht auf ganz Südafrika übertragen kann.

Ich hatte mir vor meiner Zeit in Südafrika darüber ehrlich gesagt nicht all zu viele Gedanken gemacht. Schließlich ist, seitdem Nelson Mandela 1994 bei der ersten demokratischen Wahl zum Präsidenten Südafrikas gewählt wurde, jeder gleichberechtigt. Naiv gesagt, alle leben nun glücklich vereint in diesen wunderschönen Land. 

Doch schnell stellte sich heraus, vereint kann man das so nicht ganz nennen. Es besteht kein Zusammenleben, sondern ein Nebeneinander her leben. Während alle weißen Familien hier in 'Gated Communities' (ein Zusammenschluss von mehreren Häusern, die hinter einer Mauer/Elektrozaun stehen und dauerhaft bewacht sind) leben, bestehen die alten Townships noch genauso. Die Vorurteile werden auf beiden Seiten nicht richtig abgebaut und so kann ich bei einigen Kommentaren und Verhaltensweisen einfach nur den Kopf schütteln. 

So auch an folgendem Abend: Eine Mitfreiwillge wurde von ein paar Leuten, die sie kennen gelernt hatte, eingeladen und nahm uns mit. Nach einem Live Auftritt von einer Band sind wir alle mit dahin gefahren. Schnell wurden wir natürlich gefragt, wo wie herkommen, was wir hier machen und und und. Die darauf folgenden Reaktionen haben sich bei mir so eingebrannt und ich glaube, dass ich selten so unendlich wütend geworden bin.

"What? You only teach BLACK children?"

"No, I don't want to mention colour, but.." 

"It is dangerous on that side of the hill, I would never go there" 

Es ist unschwer zu sagen, dass wir, nachdem wir unsere Meinung darüber kundgetan haben, gegangen sind. Danach habe ich mich gefragt, woher er denn eigentlich wissen will, wie es bei uns ist. Schließlich war er noch nie auf unserer Seite von Bothas Hill. Er lebt hinter einer hohen Mauer, 3 Sicherheitskameras alleine am Eingang, Swimming Pool und Jakouzie vor Ort. Er kennt nur eine Geschichte von "all those Blacks". Denn ja, die Kriminalitätsrate hier ist hoch und ja, es passieren unbeschreiblich schreckliche Dinge, Einbrüche, Vergewaltigung und Morde. Aber das ist ja nicht die ganze Geschichte und nur von diesen Tatsachen darauf zu schließen, dass ab nun jeder mit einer anderen Hautfarbe gefährlich sei, ist schlicht und ergreifend falsch. 

Es gab noch viele dieser Frustrierenden Momente, in denen man als weiße Frau schräg angeguckt wird, weil man in einen Minibus einsteigt oder weil man Braids trägt. Nicht zu vergessen den 2 Monate andauernden Kampf, unseren neuen 11 Jährigen mit seinen perfekten Englischkenntnissen auf eine gute Schule zu bekommen, nur weil Zulu aber kein Afrikaans spricht.

Zum Glück habe ich das Gegenteil hier in meinem Projekt erlebt und auch Familien kennengelernt, die zwar in einer Gated Community wohnen, aber nicht die Augen verschließen vor der Welt hinter ihrem Zaun. So gibt es eine Familie, die nicht nur Geld spendet, sondern zwei  bis dreimal die Woche vorbei kommt und uns in der Creche hilft oder einfach Zeit mit den Kindern verbringt. Sie bringen auch unseren kleinen Jungen, der an starker Neurodamitis leidet, in ein gutes Krankenhaus, haben uns Freiwillige schon mehrmals mitgenommen und sie haben auch noch nie einen Geburtstag vergessen. 

Das waren nun einmal meine Gedanken dazu, vielen Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße,

Eure Marie

 

Zu diesem Thema von Vorurteilen und Sterotypen gibt es übrigens einen wirklich guten Vortrag von TED, den ich hier noch verlinken werde. Hoffentlich nehmt ihr euch eben die Zeit und hört es euch an. (Unter "Transcript" kann man den Text sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch mitlesen) 

https://www.ted.com/talks/chimamanda_adichie_the_danger_of_a_single_story/up-next

 

19Mai
2018

Rasender Alltag

Liebe Blogleser, 

Die Zeit rennt. Nun ist es schon wieder Ende Mai und meine beiden letztes Monate in Südafrika beginnen. Wo ist die Zeit geblieben? 

Wir sind leider seit etwa drei Wochen nur noch 2 Freiwillige, da Louisa aus gesundheitlichen Gründen nach Hause fliegen musste. Wir hoffen natürlich das es ihr besser geht und wünschen ihr nur das Beste. Leider fällt es auch am Arbeitspensum auf, aber bisher kommen wir ganz gut damit klar.

Mein Alltag besteht aus dem morgentlichem Aufräumen und Sortieren - das varriert zwischen Sachspenden im Container, dem Resource Room (Aufbewahrungsraum aller Schulsachen) und dem Musikraum, der mir besonders am Herzen liegt. Meine Hauptaufgabe ist und bleibt aber der Homework Club am Nachmittag, wo ich bei den Hausaufgaben und Projekten helfe, sowie die Kinder für ihre bevorstehenden Examen abfrage. 

Die Freitag verbringe ich morgens in unserer Grundschule hier in iKhethelo und sitze mit einem sehr lernschwachen Jungen. Zusammen gehen wir die Farben, das ABC durch und Üben das Zählen. Es bringt mir Spaß ihm dabei zu helfen und auch seine Fortschritte zu sehen, auch wenn man nie genau weiß, wie er an dem Tag drauf ist - mal ein kleiner Engel, der mir zwischendurch Blumen schenkt und mal eher ein kleiner Teufel, der Bleistifte zerbricht. Anschließend mache ich noch mit dem Rest der Schulkinder einen "Craft", wie zum Beispiel das Gestalten von Eistüten oder Minions. 

So fix geht dann die Woche rum, und wir haben Wochenende. Anja und ich versuchen dann am Samstag und Sonntag etwas Programm zu machen, auch wenn die meisten Kinder natürlich ihre geliebte Computerzeit haben wollen. Aber meistens kriegen wir davor noch einen Craft gebastelt, die Fahrräder gefahren, Armbänder gebastelt, Dart gespielt oder Fußball auf dem Field. Zwischendurch findet sich auch manchmal die Zeit, dass ich mit einigen der Älteren im Musikraum sein kann, um etwas Gitarre spielen beizubringen. 

So langsam kehrt hier wieder der Winter ein und es wird abends SEHR kalt. Man sollte ja meinen, dass ich als Norddeutsche kälteresistent bin. Diese Clichés haben sich schon lange als falsch erwiesen. Und so sitzen wir abends eingekuschelt in Wolldecken und mit Tee auf dem Sofa. 

Liebste Grüße,

eure Marie 

 

03April
2018

Roadtrip - 2 Wochen und 3500km

Liebe Blogleser! 

Vor gut einer Woche bin ich von meinem Urlaub mit Anja zurück gekommen und nun wird es Zeit einige Momente davon mit euch zu teilen. Ich habe in diesen zwei Wochen so viel sehen und erleben dürfen und Südafrika von einer neuen Seite kennengelernt. Alle Erlebnisse hier zu teilen würde definitiv meinen Blog sprengen, deshalb habe ich mir die besten Momente, Bilder und Orte rausgesucht.

Wir haben die Reise vom Durban runter an der Küste über Port Elizabeth nach Kapstadt gemacht. Gefahren sind wir mit dem BAZ Bus, ein Hop-On Hop-Off Bus extra für Backpacker. Dieser bringt einem direkt zu seinem Hostel oder Backpackers und holt einen von dort auch wieder ab. Wir haben uns folgende Stops rausgesucht: Coffee Bay, Jeffreys Bay, Wilderness, Mossel Bay, Stellenbosch, Kapstadt und Port Elizabeth. 

 Diese Aufnahmen sind alle in Wilderness enstanden, einem kleinen und leicht zu übersehenden Ort an der Garden Route. Wir haben abends dort einen wunderschönen Sonnenuntergang bestaunt und sind am nächsten Tag verlassene Bahnschienen entlang gelaufen bis zur nächsten Bucht namens Victoria Bay. Hinter einem der Tunnel sind wir auf eine Höhle gestoßen, die komplett mit Muscheln behangen war. Im Internet gab es eine Rezension laut der man hier viele und seltene Muschelarten bestaunen könne. Wie so oft hatte das Internet nur die halbe Wahrheit offenbart. Ja - es gab viele verschiedene Muscheln zu sehen. Aber vorallem wohnten dort 13 Leute sehr alternativ, alles mit Bettlaken verhangen, stockdunkel, viele gruselige Masken, Babypuppen und weitere merkwürdige Gegebstände. Wir waren froh als wir dort wieder rauskamen und unsere kleine Wanderung zu Ende bringen konnten.

Ein weiteres Highlight war das Sandboarding in Mossel Bay auf der Dragon Dune. Das ist die größte Düne in Südafrika und diese befindet sich auf einem Privatgrundstück. Lustigerweise wussten die Besitzer das garnicht und fanden das erst heraus, als ein Surflehrer mit ihnen Freundschaft schloss und sich dann die Düne genauer anguckte. Es war auf jeden Fall ein riesen Spaß, die kleinere Düne auf einem Snowboard und die große Düne auf einem Board zum Liegen runterzufahren. 

V&A Waterfront V&A WaterfrontLions Head Plettenklip Gorge Weg

KAPSTADT - nun könnte ich wieder in Schwärmerei verfallen und gleich 100 bilder hier teilen. Ich liebe diese Stadt - vielseitig, bunt, aufgeweckt, Multikulturell und die wunderschöne Natur. Da wir an Silvester es nicht geschafft hatten, den Tafelberg hinaufzuwandern, haben wir es uns fest vorgenommen. Gesagt - getan. wir suchten uns den Weg Plattenklig Goerge aus und bewaffnet mit genug Wasser (man lernt aus seinen Fehlern!). Nach den ersten 10 Minuten in der Prallen Sonne dachte ich mir, was für eine Schnapsidee das denn wieder war. Dennoch kämpften wir uns den ganzen Weg hoch und so viel wir auch geflucht und die sportlichen Leute, die lässig von oben kamen, grimmig angeguckt haben - nach 2 Stunden reinstem Treppen steigen und Klettern hatten wir es geschafft. Die Aussicht ist atemberaubend und man genießt sie gleich noch viel mehr, wenn man den ganzen Weg hochgewandert ist. 

 

Stellenbosch gehört zu den wichtigsten Weinanbaugebieten Südafrikas und somit wollten wir unbedingt eine Weinprobe dort machen. Wir haben insgesamt drei verschiedene Weingute besucht, sehr verschiedene und leckere Weine probiert, viel über die Herstellung von Wein gelernt und die alten, niederländisch Bauten bestaunt. Das beeindruckenste war allerdings die ältere Frau, die uns das alles gezeigt hat. In ihren Tuc-Tuc holte sie uns ab und wir fuhren zu den verschiedenen Weingütern. Sie selbst ist eigentlich in Pension, doch das war ihr viel zu langweilig und sie war so froh, als sie diesen Job über Facebook fand. Sie erzählte uns viel über sich selbst und warum sie Südafrika so liebt. Es war ein super schöner Tag und einen großen Dank gebührt dieser beeindruckenden Dame.

 Der Addo Elephant National Park. Für einen Tag haben wir dort eine Safari gemacht - Elefantenherden direkt neben dem Bus, ein Büffel trottet gemütlich vorbei, Zebras, Warzenschweine (Pumbas), ein Löwe der in den Büschen ein Schläfchen hält. Einzigartig und Atemraubend. Kein Zoo wird jemals diese Gefühl vermitteln können und ich bin unglaublich froh, dass miterleben zu dürfen. 

 

Als letztes noch zu meiner Reisebegleitung die mit mir diese und noch viele weitere tolle Momente erlebt hat. Wir hatten eine unvergesslich schöne Zeit! 

Irgendwann ist selbst der beste Urlaub zu Ende, aber das ist auch gut so. Zwar hat die Touristische Seite Südafrikas so viel zu bieten, vor allem die wunderschöne Garden Route, doch bin ich froh auch die andere Seite des Landes zu kennen, wo die Kühe und Ziegen auf der Straße laufen. Genauso musste ich grinsen, als ich danach meinen Eltern schrieb, dass ich sicher wieder "Zuhause" angekommen ist und als Antwort erhielt "Dauert das nicht noch über 3 Monate?". Da war nicht das gute Dithmarschen gemeint, sondern IKhethelo. 

Liebe Grüße,

Eure Marie 

 

11März
2018

Haarige Angelegenheit

Moin liebe Blogleser!

Nun kommen wir zu einem haarsträubendem Thema: Braids! 

Wie die einen oder anderen schon auf den Fotos vom Midstay im letzten Blogeintrag gesehen haben, habe ich mir Braids machen lassen. Braids sind hier ein super beliebter Haarstil, da viele Mädels sehr kurze krause Haare haben. Bei den Braids wird dann Kunsthaar an den Haaransatz angeflochtenen und dann je nach Länge und Stil bis zum Ende geflochtenen. An Variationen gibt es da keine Grenzen! Die ganze Frisur besteht dann aus 50-100 Zöpfen.

 Das Kunsthaar habe ich in Hillcrest unten in der Mall gefunden. Dann habe ich eine Auntie aus dem Dorf hier gefragt, die auch oft die Haare der Teenies macht. Der Plan war nun das einen Nachmittag zu flechten... nach den ersten 3 Stunden wurde aber klar, dass das wohl auch den nächsten Tag in Anspruch nehmen wird. Nach 8 Stunden, verteilt über 3 Tage, hatte ich dann meine Braids und damit 700g Haare mehr. 

Die ersten Tage war das Schlafen echt nicht möglich und es hat auch sehr doll gejuckt. Nach einer Woche meinten die Teenies, dass meine Schmerzen eigentlich jetzt mal aufhören müssten. Da wir gerade einen Doktor im Dorf hatten, hat der sich meine gereizte Kopfhaut angesehen und da kam es heraus: Ich habe eine Kunsthaarallergie. 

Nach der ganzen Arbeit wollte ich die Braids aber wirklich noch nicht rausnehmen, also habe ich sie gewaschen, um die Chemie etwas herauszukriegen. Bewaffnet mit einer Kortisoncreme habe ich die Braids dann 3,5 Wochen mit Freude noch tragen können. Was für eine Erfahrung! 

 

Liebe Grüße, 

eure Marie 

25Februar
2018

Midstay

Liebe Blogleser!

Halbzeit!

Es ist für mich kaum zu glauben, aber die Hälfte meiner Zeit in Südafrika ist rum. Wow.

An manchen Tagen habe ich wirklich das Gefühl die Zeit rast und an anderen Tagen vermisse ich schon das gute Dithmarschen, Freunde und Familie. Die letzten Monate waren natürlich nicht immer einfach, aber ich bin so glücklich mit meiner Entscheidung nach Südafrika zu gehen. Die Arbeit in iKhethelo bringt immer noch sehr viel Spaß und wir haben jetzt für 2 Monate sogar noch zwei andere Freiwillige aus Neuseeland und New York bekommen. 

Letzte Woche haben Louisa und ich uns in Richtung Drakensberge aufgemacht für unser Midstay Treffen von AFS. Nach der "kurzen" südafrikanischen Wartezeit von 3 Stunden in einer verschlafenen Stadt namens Harrissmith haben wir auch endlich die Anderen getroffen. Es war super schön alle wiederzusehen und sobald ich im Bus saß, fingen wir schon an zu schnacken, uns Bilder zu zeigen und von Arbeit sowie Urlauben zu erzählen. In den Drakensbergen waren wir in einem Selbstversogungshaus untergebracht, also haben wir zusammen gekocht. An dieser Stelle nochmal einen Dank an mein Vierer Team: nach 2,5 Stunden haben wir 4 riesige Auflaufformen mit Lasagne und Nudelauflauf gefüllt! (Für alle anderen als Tipp am Rande: Lasagne ist einfach kein gutes "Massengericht"! :D) Aber nach der Arbeit hatte es sich gelohnt, es war sehr lecker!

Unser Blick vom Haus

Das Programm war zum Glück sehr locker angesetzt, sodass es viel Zeit zwischendurch gab, um sich auszutauschen. Am Montag haben alle eine Präsentation über ihr Projekt gehalten. Auch wenn es sich etwas in die Länge zog, hat man einen guten Überblick über die Projekte erhalten. Wir haben viel über die Dinge geredet, die uns glücklich machen im Projekt, genauso über die Dinge, die uns frustieren oder die noch nicht so gut laufen. Am Dienstag wurden nochmal eineige Themen, die uns schon im Vorbereitungsseminar in Deutschland begegnet sind, behandelt. Es ging nochmal intensiver um die verschiedenen Kulturen, die bei diesem Freiwilligendienst zu kommen und um die verschiedenen Arten zu kommunizieren. Die Theorie konnte nun auch mit einigen Beispielen gefüllt werden. Nach dem Programm hat unsere Leiterin uns auch die neuen Tshirts gezeigt, wo von wir uns jeder eins haben. 

Alle Mädels :)

Am Donnerstag haben wir eine Wanderung im Royal Natal National Park gemacht. Und wie die meisten sich vielleicht auch schon Denken können - ich und Wandern, das muss einfach schief laufen! In meiner Gruppe waren wir sehr langsam und haben uns auf dem Hinweg auch die ein oder andere Pause gegönnt. Das leider keiner von uns sich die Karte genau angeguckt hatte oder sonst den Weg wusste, haben wir einfach geraten. Mit über einer halben Stunde Verspätung kam auch meine Gruppe dann am Wasserfall an. Dann find es an in Strömen zu regnen! Ohne Regenjacke und sonstigen regenfesten Klamotten ging es also zurück - wir natürlich wieder am Ende. Zum Glück haben uns die anderen Pfeile auf den Boden gelegt an den Stellen wo sich der Weg teilte. So kämpften wir unseren Weg durch den Matsch und Schlamm. Und dann kam wieder eine Gabelung und kein Pfeil weit und breit in Sicht. Wir entschieden uns für rechts - war leider nicht richtig. Erst als wir unten von diesem Weg wieder runter waren, sahen wir das Schild: Privatgelände. Betreten auf eigene Gefahr. Ups. Unten liefen wir nun weiter einer uns wage bekannter Schotterstraße entlang und dann war es auch endlich geschafft. Die anderen applaudierten als sie uns sahen und nach einem fixen Gruppenbild ging es wieder zur Unterkunft.

Meine Gruppe im Regen am Wasserfall Gruppenbild nach der Wanderung

Vielen Dank für die ganzen Leute, die so oft hier auf meinem Blog vorbeischauen und meine Zeit mitverfolgen! 

Liebste Grüßen aus dem sehr warmen Südafrika, 

eure Marie

 

 

 

23Januar
2018

Kapstadtliebe

Liebe Blogleser!

Mit einer Verspätung folgt nun endlich der Eintrag zu meinem ersten Urlaub über Silvester in Kapstadt. 

Ich habe diesen Eintrag Kapstadtliebe genannt, weil jeder diese Stadt einfach lieben und bestaunen muss! Besonders toll fand ich die Mentalität und Offenheit der Kapstädter, genauso wie die Ruhe und Gelassenheit. 

Mit Anja und Louisa im Gepäck bin ich am 29.12 vom Durban nach Kapstadt geflogen. Dort haben wir  5 weitere Mädels von meiner Organisation AFS getroffen und uns zusammen ein Airbnb in Muizenberg geteilt. Das erste Highlight: unser Blick! Von unserem Appartment hatten wir einen traumhaften Blick über Muizenberg und den Strand. Den Abend haben wir auf dem Food and Craft Market "Blue Bird Garage" verbracht, wo die Stimmung super war und jeder reichlich satt wurde. 

Am zweiten Tag haben wir uns in einen der unzähligen, knallroten Touribussen gesetzt und haben eine Tour zum Kap der guten Hoffnung gemacht. Da waren wir zu DER Hauptreisezeit natürlich nicht die einzigen und doch war es mehr als beeindruckend am Leuchturm zu stehen, den starken Wind im Gesicht und zuzugucken wie die Wolken rasend schnell am Kap aufsteigen. Ein weiteres Highlight war es, vom Cape Point (am Leuchtturm) zum Kap runterzuwandern. Unten angekommen, konnte man nun den Atlantischen und Indischen Ozean aufeinander fließen sehen. Das war schon beeindruckend, aber die Große Masse an Autos und Touristen, haben das  Ganze Bild schon sehr gestört. Mir hatte die Wanderung um einiges besser gefallen! Anschließend hielt der Bus noch am Boulder's Beach, wo man die Pinguine von Kapstadt begutachten konnte. So süß und knuffig die auch aussahen, haben hier wieder die Massen an Menschen einen eher an einen Zoo erinnert, sodass mir dieser kleine Stopp völlig genügt hatte.

Cape Point  Wegweiser am Leuchtturm Mit den Mädels am Cape Point Auf der Wanderung hinunter Kap der guten Hoffnung Wellen des Atlantischen und Indischen Ozeans treffen aufeinander Am Boulders Beach Pinguine am Boulders Beach

Am Abend waren noch alle zusammen Indisch essen und konnten etwas über die Vergangen Monate schnacken, von den verschiedenen Projekten und Erfahrungen. Da ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Erlebnisse doch sind und auch, wie unglaublich gut es mir hier in IKhethelo gefällt. 

Indisches

An Silvester haben wir uns erstmal aufgemacht in die Stadt hinein, um das berühmte Stadtvirtel Boo-Kaap und die V&A Waterfront zu sehen, durch die Straßen zu schlendern und Stadt etwas zu erkunden. Leider war der Tafelberg an diesem Tag nicht zu sehen - deshalb gibt es nun Bilder von Tafelberg ohne Tafelberg! Für den Abend haben wir dann mexikanisch gegessen und dann wollten wir noch zu einem Eisladen, der unglaublich gutes Sandwich Eis (Eis zwischen 2 Giant Cookies) verkauft. Auch wenn Kapstadt sich in einer der schwersten Dürren seit 100 Jahren befindet (Water Restrictions Level 6), haben wir an Neujahr einen so heftigen Schauer abgekriegt und zu dem Eisladen gerannt sind. Zwar hat das Eis super gut geschmeckt, aber so habe ich den Abend weiter in einer klatschnassen Jacke verbracht. Nach diesem Abendteuer sind wir zur Waterfront und haben dort das riesige Feuerwerk geguckt. Spektakulär, vorallem wenn man an die paar Raketen in Marne gewöhnt ist! Anschließend ging es noch in einer Art Pub/Club, wo noch ordentlich tanzen und den Abend ausklingen konnten. 

Boo Kaap V&A Waterfront V&A Waterfront Tafelberg ohne Tafelberg  

Am letzten Tag schliefen wir erstmal aus und haben dann im Kirstenbosch Botanical Garden ein Picknick gemacht und den Treetop Walk gemacht, wo man die östlichen Hänge des Tafelbergs und eine Blumenpracht bestaunen konnte. Den Abend haben wir bei uns im Appartment bei selbstgekochter Spaghetti und einem guten Wein verbracht. 

Treetop Walk Kirstenbosch Botanical Gardens Blick vom Airbnb 

Nach diesen viel zu schnell vergangenen Tagen hieß es auch schon wieder Abschied nehmen: von den Anderen Mädels und Kapstadt. Zum Glück sehe ich beides nochmal - die Mädels mit dem Rest von AFS bei unserem Midstay-Camp im Februar und Kapstadt zusammen mit Anja im März. So machten wir uns 3 uns auf den Weg zurück nach IKhethelo, diesmal über 24 Stunden mit einem Fernbus. Sehr interessant, gerade als der Bus mitten im Nichts anhielt für eine Stunde mit einem angeblichen Motorschaden. Zum Glück ging es dann doch noch weiter und wir sind zwar hundemüde, aber gut wieder angekommen. 

Liebe Grüße, 

eure Marie 

 

 

30Dezember
2017

It's beginning to look a lot like ... christmas?

Liebe Blogleser!

Dezember, Weihnachtszeit - dunkle, kalte Abende, Tannenbaum Einkauf, das Haus schmücken, Weihnachtsmärkte, Glühwein, Tierra Sagrada Weihnachtsstück, Ball, Familienzeit... 

So aber nicht in diesem Jahr! Auch wenn ich all diese Dinge schon schmerzlich vermisst habe, hatte ich einen sehr schönen Dezember und ein tolles Weihnachtsfest. Bei über 26 Grad ist es nunmal ein ganz anderes Weihnachten. Ebenso wird in Südafrika am 25. morgens gefeiert und nicht an Heiligabend. 

Anfang Dezember starteten hier nun erstmal die langersehnten Sommerferien der Kinder. So gab es einen Ausflug in den Wasserpark, Besuche von Gruppen und Kirchengemeinden, viele Schwimmsessions, Bastelaktionen, ein Lagerfeuer mit Teenies, Kirchenbesuch abends zum Weihnachtlichen Singen und Krippenspiel. So hatten wir einiges zu tun, aber auch jede Menge Spaß. 

Den 24. haben wir uns frei genommen und sind mit Louisas Eltern zusammen nach Durban gefahren. Wir haben als erstes den Victoria Street Markt aufgesucht, wo man neben Massen an Zulu Schmuck und Holzschnitzereien auch Gewürze bestaunen konnte. Geplant war danach eigentlich ein Besuch der größten Moschee auf der südlichen Hemisphere, die in direkter Nähe zum Markt mitten in Durban steht. Leider hatte sie geschlossen und wir haben unsere langen Jacken wieder schnell ins Auto gelegt. Anschließend gingen wir an den Strand! Es war für mich kaum vorstellbar, dass nun wirklich Weihnachten sein sollte. Nach einer Stärkung bei Wimpys (ähnliche Kette wie Mc Donalds) mit einem wunderbaren Meerblick spazierten wir noch etwas in Umschlanga herum und machtne  schließlich auf den Weg zu einem hochgelobten Inder aus dem Reiseführer. Leider konnten wir ihn auch nach einer Stunde angestrengtem Suchen nicht auffinden und so landeten wir bei einem kleinen, netten Italiener. Bei wunderbarem südafrikanischen Wein hatten wir einen sehr schönen Abend. In iKhethelo angekommen, blieb sogar noch etwas Zeit eben nach Hause zu skypen. 

Am Strand in Umschlanga

Am 25.  haben wir uns mit dem gesamten Dorf im Amphietheater getroffen, wo wir Weihnachtslieder gesungen und einen kleinen Gottesdienst Abgehalten haben. Danach kam der wohl aufregendste Teil für die Kinder - Geschenke auspacken in Cottage 5! Jedes Kind hat mehrere Päckchen überreicht bekommen und es gab viel zu bestaunen. Ganz stolz stolzierte eine dreifährige in ihrem neuen Prinzessinen Outfit, mit neuer Puppe und einem Barbie Rucksack durchs Dorf. Ebenso gut waren die unzähligen Fußbälle für die Jungs (denn angeblich "verschwinden" die ja auf magische Weise immer). 

Nachdem alle Geschenke in den Cottages verstaut wurden, haben wir die Schoolhall dekoriert und die Aunties typisches Zulu Essen gekocht. Es gab Reis, Kürbispüree, Fleisch, Curry, Cole Slaw Salat, typisches Brot und so vieles mehr. Ich brauche wohl kaum extra zu erwähnen, dass es super lecker war. Es gab auch zum Nachtisch Kuchen, Chips und Eis. Ich habe ebenfalls eine Art Ris ala Mande gemacht, unsere jährliche, traditionell dänische Nachspeise an Heiligabend Zuhause. Während diese Art Milchreis einigen sehr gut geschmeckt hat, haben mich doch einige Kinder verwirrt gefragt, warum eigentlich dieser Reis süß sei. 

  Schoolhall

Leider herrschte etwas Uneinigkeit über die Gestaltung des Nachmittages und so sollten wir mehr oder weniger in Eiltempo alles sauber machen und aufräumen. Das hat leider etwas von der schönen Festtagsstimmung kaputt gemacht. Am Abend haben wir dann noch mit den Teenagern einen Weihnachtsfilm geguckt und so den Abend schön ausklingen lassen. 

Hoffentlich hattet ihr auch alle schöne Weihnachtstage, ein tolles Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Liebste Grüße,

Eure Marie

11Dezember
2017

Geburtstagswoche und Kurzurlaub

Hallo liebe Blogleser!

Zunächst einmal vielen lieben Dank an alle, die an mich gedacht haben und mir auf den unterschiedlichsten Wegen gratuliert haben. Ich habe mich sehr gefreut!  Am Montagmorgen erhielt ich erstmal ein Video, dass mich echt umhaute - zusammengeschnitten so viele Leute die nicht nur aus Dithmarschen, sondern auch aus Australien, Peru, Italien und Canada mir ihre liebsten Glückwünsche senden. Der dicke Kloß und das Heimweh verflog aber im Nu - Louisa und Anja hatten mit meinen Freunden zusammengearbeitet und das Geschenk genau vorher geplant. Über Pizza im Restaurant packte ich die Geschenke aus und wir hatten einen super schönen Abend.

Im Dorf hatten es leider nicht mehr so viele auf dem Schirm, Manager genauso wie die Kinder. Und so erhielt ich die meisten Glückwünsche von den Kindern am Mittwochabend beim "Prayer Meeting". Am Donnerstagabend kam dann noch ein Kuchen vom Management dazu. 

Am Freitag kamen dann Louisas Eltern an, die auch Anja und mich zu einem Wochenende in den Drakensbergen mitnehmen wollten. Zudem brachten sie noch etwas mit - Ein Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern. Bei einem kurzen Skype-Date fasste Papa es ziemlich gut zusammen: Ich hatte nicht nur einen Geburtstag sondern gleich eine ganze Geburtstagswoche. 

Nach einer Führung durch das Dorf zeigten wir Louisas Eltern alles, stärkten uns noch mit etwas Kuchen und brachen dann auf in Richtung Drakensberge. Nach über drei Stunden Fahrt suchten wir unsere Unterkunft. Es war inzwischen stockdunkel, blitzte und gewittert um uns herum und wir waren alle heilfroh, als wir es dann schließlich fanden. Nach einem leckeren Abendbuffet und einem Fläschchen Wein gingen wir ins Bett.

Am Morgen des nächsten Tages verstanden wir das erste Mal die Beschreibung "liegt zentral" aus dem Internet. Das " Amphi Theater", eine Bergkette die aufgrund ihrer steilen Felsen aussieht wie ein Antikes Theater, war von unserem Chalot genau zusehen. Gut gelaunt nach dem Frühstück - und um einiges besser vorbereitet!!! - startete unsere zweite Wanderung in Südafrika, diesmal im "Royal Natal National Park". Der Weg war sehr schön und führte am Tungela Fluss entlang über weite Flächen, kleine Wälder, bergauf und bergab. Nach guten 2,5 Stunden befragten wir entgegenkommende Wanderer wie weit es noch bis zum eigentlichen Ziel - Holzleitern und oben dann ein Aussichtspunkt über das Amphitheatre - es noch wären. So stellte sich heraus, dass die Karte und Wegbeschreibung mal wieder etwas geschummelt war und wir entschieden uns nicht noch eine weitere Stunde bis zu Leitern zu laufen. Nach einer wunderbaren Stärkung traten wir den Rückweg an. Alles richtig gemacht, denn gerade saßen wir im Auto, da fing es auch schon an ordentlich zu schütten.

Auf dem Rückweg wollten wir uns noch ein schönes Bier für den Abend aus dem Supermarkt holen. Dieser vom Hotel beschriebene Supermarkt enttarnte sich erst nach genauem Hinsehen. In dieser dunklen Holzhütte war alles hinter Gittern verstaut und man sagte einfach an, was man denn haben wollte. Durch die Gitterstäbe wurde uns nun ein typisch südafrikanisches Castle Lager gereicht - in 750 ml Flaschen. Während des gesamten Einkaufs wurden wir mehr als neugierig bestaunt und neben den "you are so beautiful!" Rufen kam auch ein "Yellow Bone, yellow Bone" Gemurmel. Ein durchaus aufregendes Einkaufserlebnis. 

Am nächsten Morgen wurden wir mit strahlendem Sonnenschein geweckt und nach dem Frühstück ging es wieder Richtung iKhethelo. Ein so wunderbares Wochenende und vielen Dank auch nochmal an Louisas Eltern, die uns mitgenommen haben. 

Liebe Grüße, 

eure Marie 

 

 

20November
2017

Adventure Walk - Krantzkloof

Liebe Blogleser! 

So nett es auch ist, am freien Dienstag in der Mall zu sitzen und die oder andere Leckereien zu sich zu nehmen, so wollten wir mal etwas mehr von der Umgebung sehen. Gesagt, getan - am Dienstag rüsteten wir uns für ein Picknick, das wir an einem Wasserfall im Krantzkloof Nature Reserve verbringen wollten. 

Als wir dort ankamen, haben wir uns gleich eine Karte gekauft, denn es gibt mehrere Wasserfälle und unterschiedliche Wege dorthin zu gelangen. Nach kurzer Entscheidungszeit wählten wir uns eine Strecke aus, die mit "normal" beschrieben war, sowie einen Weg zurück mit "easy". Da wir alle nicht die sportlich Begabtesten sind, klang die Kombination durchaus machtbar mit normal und leicht.

Nachdem wir 20 Minuten unterwegs waren, beschlich mich das Gefühl, den ersten Denkfehler schon heute morgen gemacht zu haben: lange Hose, normale Straßenschule und 600ml Flasche bei 25 Grad und knallendem Sonnenschein - nicht die beste Austattung. Doch so schnell lässt man sich ja nicht entmutigen und etwas weiter erlangten wir einen wunderschönen Blick über das Reservat. Wir nutzten den Punkt für ein paar Bilder.  

Da könnte man den ganzen Tag sitzen

Motiviert machten wir uns weiter auf den Weg und kamen dann zu einem Abstieg, dem wir nicht so recht gwachsen waren. Mit Händen und Füßen bahnten wir uns einen Weg hinunter und waren heil froh sowie völlig fertig, als wir endlich unten am Fluss ankamen. Nach einer Pause mit unseren Wraps fühlten wir uns wieder gestärkt, um nun endlich den Wasserfall entgegen zu gehen. Und wer auch immer diese Karte angefertigt hat und diesen Weg als "easy" beschrieben hat, hatte ein sehr anderes Auffassungsvermögen als wir. Weiter balanzierten wir über Baumstämme, liefen auf und im Fluss, kletterten, sprangen und fragten uns ständig: Ist das überhaupt der Weg? 

Und doch fanden wir den Wasserfall schließlich und es hat sich gelohnt, wie man hoffentlich auf den Bildern sieht! 

Weg direkt am Fluss KletterstundeWasseer auffüllen  

Nachdem wir wieder verschnauft hatten und den Blick genossen haben, kam es zu folgenden Problem - Wie kommen wir von hier zurück? Es gab keine Weiteren Schilder oder einen anderen Aufstieg, wie eigentlich gedacht. Wir müssen den ganzen Weg zurück maschieren. Ohne Wasser? Meine süße 600ml Flasche war natürlich schon lange verbraucht. Kurzerhand füllten wir das Wasser am Wasserfall wieder auf und traten den Rückweg an. 

Am Abend fielen wir totmüde ins Bett nach unserer Abendteuer Wanderung. Es war ein sehr schöner Tag, trotz der vielen Komplikationen und unserer verdammt schlechten Vorbereitung. Aber daraus haben wir gelernt und bei der nächsten Aktion sind wir hoffentlich besser ausgestattet.

Liebe Grüße, 

eure Marie

 

 

27Oktober
2017

Alltag mit Besuchern

Liebe Blogleser! 

Nach zwei Monaten hat sich hier ein Alltag entwickelt und somit ist es schwierig mit dem Blogschreiben, denn es passiert viel und doch "nichts". Also kommt in diesem Eintrag nun ein Haufen durchwürfelter Alltagsgeschichten und die verschiedensten Eindrücke.

Es gibt hier unglaublich viele Tiere - so sehe ich hier am Tag öfter Affen als Katzen. Die können sogar ziemlich frech werden und wir müssen immer darauf achten den Müll draußen sowie unsere Fenster zu schließen. Sonst landet alles Essbares gleich bei den Äffchen, die da wirklich gerissen sind. Ebenso gibt es ausgewogene Vielfalt an Insekten - kleine Würmer, riesige Würmer, Kakerlaken, überdimensionale Heuschrecken. Ein wirkliches Problem bereiten mir natürlich die Spinnen, die auch um einiges größer sind als in Deutschland. Am ausgewöhnlichsten (und ziemlich eklig) sind jedoch die sog. "Flying ants", die sich plötztlich an einem Abend vor unserem Fenster tummelten und eine nach der anderen reinflogen. Nach ein paar Minuten verlieren diese Falterähnlichen Insekten ihre Flügel und laufen auf dem Boden. Wir haben schnell das Licht ausgemacht und mussten am nächsten Tag dringend unsere Veranda fegen - so viele Flügel! 

  Der RiesenwurmMein Mitbewohner

Die Arbeit in iKhethelo bringt mir viel Spaß. Wir helfen abwechselnd in Schule, Creche, Sortieren im Container die Spenden, Räumen den Resource Room (Raum mit Mengen an Stiften, Papier, Schulhefte etc.) auf und natürliche unseren Homework Club am Nachmittag. Es ist manchmal auch sehr anstrengend, da die Kinder mal besser und mal schlechter auf einen hören, mal Lust auf Hausaufgaben haben und mal nicht. Und doch ist es so toll zu sehen, wie die Kinder einen nun kennen und immer mehr vertrauen. Am süßesten ist unser kleinstes Mädchen mit 1 Jahr, denn sie lässt sich nun auch von mir auf dem Arm nehmen. Sie hat mich vorher nur mit großen Augen angeguckt und geweint, sobald meine "komischen" blonden Haare ihr zu Nahe kamen. Die Teenager haben meistens viel zu tun, da die Exams annstehen und so haben wir bisauf zwei Spieleabend noch nicht so viel Kontakt gehabt. Zum anderen ist dabei auch Englisch ein kleines Problem, denn einige Teens gehen auf Zulu Schulen. So klopfte neulich ein Junge bei uns und fragte: " Do you have a plastic bread?" Ein Plastik Brot? Also haben wir sämtlich Dinge gezeigt - Toast, Papiertüten, Müllbeutel, Backpapier,.. das Richtige war leider nicht dabei.

Mein neuer Haarstylist Alles schön sortiert ! 

Ein Thema ist hier auch die Zeitwahrnehmung, denn unsere deutsche Überpünktlichkeit stößt hier auf taube Ohren. "Jetzt" heißt nicht gleich "jetzt" und selbst wenn man sich um 8 Uhr auf dem Parkplatz trifft, um in die Kirche zu fahren, fährt der Bus meist erst um halb los. 

Ansonsten verbringen wir Freiwilligen unsere Abende zusammen und schauen eine Serie oder Spielen Kniffel. Es gibt hier auch zwei Gitarren, bei denen ich erstmal die Saiten gewechselt habe und die nun wieder bespielbar sind. Zu dem habe ich entdeckt, wie gerne ich koche und so probiere ich gerne die verschiedensten Gerichte aus - Chilli sin Carne, Curry, Spaghetti Bolognese, Lasagne. 

Unsere freien Dienstage haben wir bisher in ein paar Malls verbracht, um etwas Essen zu gehen oder einen Kaffee zu genießen. Obwohl hier gerade der Sommer beginnt, hatten wir an unseren freien Dienstagen eher Pech und das Wetter war nicht ganz so gut. Und doch bin schon sehr gespannt auf meinen Geburtstag, das erste Mal im Warmen. Noch mehr freue ich mich allerdings auf Silvester. Wir haben unseren ersten Urlaub und treffen uns mit 5 anderen von AFS in Kapstadt! 

Cafe Chillerei am freien Dienstag

Bis bald!

Eure Marie

 

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